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​Die Chortage des Cäcilienverbandes auf der Liebfrauenhöhe begeistern Teilnehmer und Zuhörer

Thomas Meinert. 85 Sängerinnen und Sänger, Chorleiterinnen und Chorleiter, Organistinnen und Organisten in einem Altersspektrum von unter 20 bis über 80 Jahren nahmen an den Chortagen des Cäcilienverbandes im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe teil. Sie erlebten diese Tage als „Kraftquelle“, die den inneren „Akku wieder vollgeladen“ haben. Neben der Begeisterung für Musik und Gesang schätzen die Teilnehmer auch die „vielen, sehr positiven Begegnungen und Gespräche“ während dieser Tage. Chorwerke zeitgenössischer Komponisten hatte Dekanatskirchenmusikerin Marianne Aicher zu einem facettenreichen Chorheft zusammengestellt.


Chortage des Cäcilienverbandes im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe (Foto: Meinert)

Intensive Probezeiten

In mehr als 10 Stunden Probenzeit wurden die Werke erarbeitet, die ein breites Spektrum moderner Kirchenmusik abdeckten. Die Sopranistin Anja Tschamler, die als Stimmbildnerin an der Würzburger Domsingschule arbeitet, bot den Teilnehmern die Möglichkeit zur Einzelstimmbildung und versorgte sie mit wertvollen Tipps für die Praxis. Instrumental begleitet wurden die Chortage von DKM Martin Böhm am E-Piano und Sebastian Nöcker am E-Bass. Im Abschlussgottesdienst wirkte zudem Niko Aicher am Schlagzeug, Glockenspiel und Xylophon. Die spirituelle Begleitung boten beim Wandelgebet am ersten Abend Pfr. Dr. Hans-Michael Schneider und im Abschlussgottesdienst P. Dr. Lothar Penners von der Liebfrauenhöhe sowie Schw. M. Annjetta Hirscher, die den Teilnehmern nach dem Abschlussgottesdienst einen geistlichen Impuls zum Thema Lebenskunst mit auf den Weg gab. Die Organisation lag in den bewährten Händen von Schw. M. Faustina Niestroj, die in ihrer Doppelfunktion als Geschäftsführerin des Cäcilienverbandes und Kirchenmusikerin der Liebfrauenhöhe tätig war.

 


Opening der Chortage mit Sektempfang
(Foto: Meinert)

Zwischen Sektempfang und Schwobastüble

Bei herrlichem Sommerwetter trafen erste Teilnehmer bereits um 15 Uhr auf der Liebfrauenhöhe ein, um sich durch die Atmosphäre des Schönstatt-Zentrums auf die Chortage einstimmen zu lassen. Bei einem liebevoll dekorierten Sektempfang konnten schon die ersten Kanons angestimmt werden.

Ein Regenschauer verwandelte den geplanten abendlichen Rundgang im Gelände der Liebfrauenhöhe in eine Kerzenprozession durch die Krönungskirche. Pfr. Schneider machte in seinen Impulsen deutlich, was und wie Glaube bewegen kann. Weihrauch als Symbol für aufsteigende Gebete wurde auch in der Krönungskirche zu einem Mittelpunkt der Liturgie. Der erste Abend endete für viele Teilnehmer im „Schwobastüble“ der Begegnungsstätte, wo noch fröhlich geredet und gesungen wurde.

Der Samstag war durch Chorproben und Stimmbildung geprägt. Bei aller Probenarbeit blieb genügend Raum für Erfahrungsaustausch, Kennenlernen und Gespräche. Das Küchenteam sorgte aufmerksam für das leibliche Wohl der Sängerinnen und Sänger, sodass das abwechslungsreiche und teilweise anspruchsvolle Programm mühelos gemeistert wurde.


Viele Stunden Chorprobe (Foto: Meinert)

Musik als ein „irdisches Abbild der Göttlichen Ewigkeit“

Am Sonntag wurden die Früchte der gemeinsamen Arbeit im feierlichen Abschlussgottesdienst präsentiert: Zum Eingang erklangen die Samba-Rhythmen der „Cantate Brasil“ von Roger Emerson. „Wir bitten Dich, Herr, um Deinen Geist“ von Florian Sitzmann verbindet Sprechgesang, einen vierstimmigen Chorsatz und eine Band-Begleitung zu einem eindringlichen Gesamtwerk. Wahre Glaubensfreude kam im schwungvollen „Hallelujah“ von Hal Hoopson zum Ausdruck. Sichtlich ergriffen und erfreut bezeichnete Pater Lothar Penners in seiner Predigt die Musik als ein „irdisches Abbild der Göttlichen Ewigkeit“, das die Gegenwart Gottes und die Schönheit der Schöpfung eindrucksvoll spürbar und erlebbar mache. In seinem Werk „Trees“ verwendet der baltische Komponist Ēriks Ešenvalds mit Wasser gestimmte Gläser als Begleitinstrumente für einen Chorsatz mit langen Vokalklängen, über dessen sphärischen Klangteppich das Gedicht mit einem Tenorsolo rezitiert wird.


Abschlussgottesdienst mit Schlagzeug, Glockenspiel und Xylophon
(Foto: Meinert)

Dass Gott stets zur richtigen Zeit das Richtige tut, machte Schw. M. Annjetta an Beispielen aus ihrem eigenen Leben und dem des Schönstatt-Gründers P. Josef Kentenich deutlich und ermutigte die Teilnehmer, in ihrem Alltag auf die Stimme Gottes zu hören und auf seine Zeichen zu achten. In den abschließenden Dankesworten von Veranstaltern und Teilnehmern kam noch einmal die Freude über das gemeinsam Erlebte zum Ausdruck, bevor sich die Teilnehmer nach dem Mittagessen beseelt, erfüllt und glücklich auf den Rückweg in ihre Dekanate begaben. „Es waren meine ersten Chortage, aber es werden nicht meine letzten sein!“, meinte eine Teilnehmerin und freut sich auf den Termin im kommenden Jahr vom 17. – 19. Mai.