Fürchte dich nicht - Liebesbündnis-Impuls

Sonntag, 18. Oktober 2020

Die Schönstattbewegung Frauen und Mütter gibt zum 18. jeden Monats einen Liebesbündnis-Impuls heraus. Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir diesen Impuls.

Ich sitze da und versuche Ruhe in meinen umtriebigen Tag zu bringen durch die zehn Minuten Stille, die ich mir regelmäßig reserviere für Gott und die Gottesmutter. Eigentlich habe ich gar keine Zeit dafür. Zu Vieles, das sofort erledigt werden müsste, springt mich an und macht mich unruhig. Heute fällt mir beim Lesen eines kurzen Auszugs aus einer Predigt des früheren Papstes Benedikt XVI. über die Gottesmutter besonders das Wort „Fürchte dich nicht“ ins Herz: „Fürchte dich nicht, Maria!“ Das hat ihr der Engel als Erstes zugesagt, noch bevor er die Frage an sie richtete, ob sie bereit wäre, die Mutter von Gottes Sohn zu werden. Dieser Satz begleitete sie durch ihr Leben.

"Fürchte dich nicht" - in allen Situationen und Stationen deines Lebens

Ich gehe ihren Stationen in Gedanken nach. Bethlehem. Fürchte dich nicht, deinen Sohn in einem Stall zur Welt zu bringen. Fürchte dich nicht, vertrau dich Josef an, er bringt euch sicher nach Ägypten, weit weg von den Todesschergen des Herodes. Im Tempel: Fürchte dich nicht vor dem siebenfachen Schwert, vor dem großen seelischen Schmerz, den dir Simeon ankündigt. In Jerusalem: Fürchte dich nicht bei deiner besorgten Suche nach dem jungen Jesus und beim Nichtverstehen seiner Worte, als du ihn mit Josef zusammen im Tempel findest. In Kana: Fürchte dich nicht, das Wunder der Weinvermehrung von Jesus zu erbitt en. Fürchte dich nicht: auf allen Wegen, auf denen du Jesus begleitest und den Umschwung von Begeisterung zu Hass ihm gegenüber miterleben musst. Fürchte dich nicht! Das ist ganz besonders schwer zu glauben, als du IHN auf dem Kreuzweg begleitest, unter seinem Kreuz stehst und alles nur noch schwarz, dunkel, vergebens und umsonst scheint.

"Fürchte dich nicht" - diese Zusage gilt mir

Maria, da du durch das Liebesbündnis meine Wegbegleiterin bist, gilt das dir zugesagte Wort „Fürchte dich nicht“ auch mir. Und das besonders heute, an diesem Tag und an jedem Tag meines Lebens. Gott sagt zu mir: Fürchte dich nicht, den abgesagten Studienplatz deines Sohnes anzunehmen. Fürchte dich nicht, im Termindruck die Beine hochzulegen, dich auszuklinken und ruhig zu werden bei Gott , deinem Schöpfer. Fürchte dich nicht, mit deiner Tante den letzten Weg zu gehen mit der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, vielleicht noch sechs Monate Lebenszeit. Fürchte dich nicht, die ungeheuerlichen Vorwürfe gegenüber Pater Kentenich stehen zu lassen und überzeugt zu sein, dass Gott auch aus „Steinbrocken“ neue Aufbrüche formen kann. Fürchte dich nicht, den Menschen, die dich darauf ansprechen, in aller Ruhe zu sagen, dass du Schönstatt viel zu verdanken hast und irgendwelche irgendwie ausgestreuten Vorwürfe daran ganz gewiss nichts verändern. Fürchte dich nicht, darüber nachzudenken, dass Pater Kentenich jetzt vielleicht zufrieden und gespannt auf die Erde blickt, denn endlich befassen sich viele tausend Menschen sowie kirchliche Stellen mit seinen Gedanken, pädagogischen Erfahrungen und pastoralen Konzepten – und das in einer Zeit, in der händeringend neue Wege für Kirche und Pastoral gesucht werden, um Menschen den liebenden Vatergott überzeugend künden zu können.

Grund unserer Zuversicht

Was hat er doch gleich nochmal gesagt, wenn es drunter und drüber zu gehen schien? „Wo ist der Ruhepunkt, der uns niemals verlässt, wo der Grund unserer Zuversicht und Sicherheit? Das ist kein menschlicher Faktor, es ist nicht menschlicher Schutz. Sie wissen, dass ich dann immer am sichersten und frohesten bin, wenn die Blitze grässlich zucken und die Donner grollend rollen ...“ Sicher will er uns auch heute mit dieser seiner Einstellung anstecken.
So, jetzt kann ich in Ruhe wieder weitermachen mit meiner Arbeit. So dringend ist sie doch gar nicht, dass ich in Hetze verfallen müsste. Was für eine Wohltat, diese zehn Minuten Stille. Sie weiten das Herz, verändern den Blickwinkel und erhöhen gewaltig die Lebenslust.
C. M.

Inspiration für den Alltag

* Maria, das dir zugesagte Wort „Fürchte dich nicht“ gilt auch mir. Wovor habe ich Angst? Was erfüllt mich mit Sorge? Du bist brennend daran interessiert, weil du mich unterstützen und mit deiner eigenen Glaubenserfahrung stärken willst. Dir kann ich alles anvertrauen.

* Der Ruhepunkt, der uns niemals verlässt, der Grund unserer Zuversicht und Sicherheit, ist kein natürlicher Faktor, sondern Gott: Gottes Liebe, Gottes Weisheit, Gottes Nähe – gerade auch auf dunklen Wegetappen. Gib mir von deinem Vertrauen auf IHN. Erbitte mir zuversichtliche Gelassenheit im Mitgehen der Schritte, die ER mich aktuell führen will.

Liebesbündnis-Impulse abonnieren

Die Liebesbündnis-Impulse erscheinen jeweils zum 18. des Monats auf der Internetseite:

www.s-fm.de

Sie können kostenlos als E-Mail-Zusendung abonniert werden unter:

Schönstattbewegung Frauen und Mütter